Gütesiegel bei Kleidung

Es gibt viele verschiedene Gütesiegel für Textilien. Hier finden Sie die wichtigsten dargestellt und erklärt.

Siegel für echte Naturtextilien

G.O.T.S.

Die Abkürzung G.O.T.S. steht für Global Organic Textile Standard und wird von einer unabhängigen Arbeitsgemeinschaft erarbeitet. Sie besteht aus vier Mitgliedern, die selbst Naturtextilien zertifizieren: der Soil Association (England), dem Internationalen Verband der Naturtextilindustrie IVN (Deutschland), Organic Trade Association (USA) und Japan Organic Cotton Association (Japan). G.O.T.S. stellt an die gesamte Produktionskette von den Rohstoffen bis hin zum Endprodukt Anforderungen sowohl an Schadstofffreiheit als auch an Umweltschutz und soziales Verhalten der Unternehmen.

Ein Produkt muss mindestens aus 90% Naturfasern bestehen, höchstens 10% dürfen synthetische Fasern oder Viskose sein. Lediglich für Socken, Leggins und Sportbekleidung dürfen bis zu 25% synthetische Fasern eingesetzt werden. Unabhängig davon müssen insgesamt mindesten 70% der Fasern von Pflanzen oder Tieren aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft (kbA oder kbT) stammen. Genetisch veränderte Organismen wie z.B. genetisch modifizierte Baumwolle sind tabu.

Schwermetallhaltige Farben dürfen nicht verwendet werden. Nur Kupfer darf in bestimmten Farben in geringen Mengen enthalten sein. Krebserregende, erbgutschädigende oder fortpflanzungsgefährdenden Stoffe dürfen nicht eingesetzt werden.

Den genauen Wortlaut des Standards finden Sie hier.

Das Siegel ist vertrauenswürdig und zeichnet eine sehr hohe Qualität und Schadstofffreiheit aus. Leider tragen bisher nur sehr wenige textile Spielzeuge dieses Siegel.

Der IVN ist Mitglied der G.O.T.S.-Arbeitsgemeinschaft und hat den Standard federführend mitgestaltet. Er selbst hat den IVN Best Standard.

G.O.T.S. ist vergleichbar mit dem sechseckigen "Bio-Siegel" für Lebensmittel. Aber wie auch dort die Verbandssiegel z.B. von Bioland eine noch höhere Qualität garantieren, gibt es auch bei Naturtextilien den IVN Best Standard. Der IVN Best Standard ist der strengste Standard für Naturtextilien. Weitere Infos darüber finden Sie hier.

 

 

 

Der blaue Engel zeichnet Produkte aus, die Naturfasern aus biologischem Anbau verwenden und hohe Umweltstandards einhalten.

Darüber hinaus werden sie auf weitere Schadstoffe getestet. Hier sind die genauen Vergabekriterien zu finden. Außerdem werden dort alle ausgezeichneten Produkte angezeigt.

Leider gibt es noch keine Textilien, die mit dem blauen Engel ausgezeichnet sind.  

 

 

 

 

Reine Schadstoffprüfung am Endprodukt

Toxproof wird vom TÜV Rheinland vergeben und kennzeichnet Textilien, die in Bezug auf Schadstoffe überprüft wurden.
Wie auch beim Öko-Tex Standard 100 handelt es sich um eine reine Schadstoffprüfung am Endprodukt. Es gibt Grenzwerte für Pestizide, chlorierte Benzole und Toluole, zinnorganische Verbindungen wie TBT und chlorierte Phenole, z. B. PCP. Außerdem Verbote für allergisierende und krebserregende Farbstoffe, Flammschutzausrüstungen und allergisierende Schwermetalle.

Viele Grenzwerte sind deutlich zu hoch, Umwelt- und Sozialstandards spielen keine Rolle. Für bestimmte Schadstoffe wie für Phthalate gibt es außer bei Babykleiung gar keine Grenzwerte.

 

Ökotext Standard 100

Der Öko-Tex Standard 100 prüft die Textilien auf einen genau definierten Katalog von Schadstoffen. Umwelt- und soziale Aspekte spielen dabei grundsätzlich keine Rolle. Der Prüfkatalog, der hier abgerufen werden kann, enthält die gängigen Schadstoffe.

Die Kriterien sind deutlich weniger streng als bei G.O.T.S. Der Umfang der Schadstoffprüfung hängt ganz von den Textilien ab. In der Kategorie Babys – hierunter fallen alle Produkte für Babys und Kinder unter 3 Jahren – wird am strengsten geprüft. Dem Siegel selbst sieht man die Kategorie nicht an. Aber selbst in der Kategorie Babys wird nur eine kleine Auswahl an Giftstoffen abgeprüft. So werden bei den Phthalaten außer für Babyartikel nur 4 der schädlichen Substanzen untersucht. Auch gibt es nicht für alle schädlichen Schwermetalle wie z.B. Bor Grenzwerte oder für das giftige Insektizid Permethrin, womit Wolle zum Schutz vor Motten und Käfern ausgestattet wird. Permethrin wird u.a. als Nervengift verwendet.

Das Label wird von der Fördergemeinschaft körperverträglicher Textilien e. V. vergeben. Mitglieder sind vor allem Vertreter der Textilwirtschaft, was zumindest die Frage nach der Unabhängigkeit des Labels aufwirft. Dieses Label findet sich aber auf immer mehr Textilien. Neben Kleidung werden oft auch Bettwaren damit versehen. Wahrscheinlich soll das Wort „medizinisch“ einen besonders vertrauensvollen Eindruck hinterlassen. Im Bereich der Schadstoffprüfung ist das Siegel nur eingeschränkt vertrauenswürdig. Der Prüfumfang entspricht dem von Ökotex-Standard 100, Klasse 1 (strengste Grenzwerte). Allerdings werden auch in der Klasse 1 viele wichtige Schadstoffe nicht abgeprüft und die Grenzwerte sind z.T. auch zu hoch angesetzt.

 

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