Häuftigste Giftstoffe

Die aktuell geltenden Grenzwerte für die Schadstoffe sind unter dem Menüpunkt "Schadstoffgrenzwerte" zu finden.

Schwermetalle

Die hier angeführten Grenzwerte für Schwermetalle gelten erst ab Juli 2013.

Die gesundheitliche Wirkung der verschiedenen Schwermetalle wird im Schlussbericht zur alten Spielzeugrichtlinie explizit dargestellt und mit Studien belegt. Zusätzliche Informationen stammen vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sowie aus dem Glossar des ÖKO-TEST Einkaufsratgebers Jahrbuch für 2011. Die Grenzwerte finden auch HIER.

Gesundheitliche Wirkung:

Aluminium wirkt sich auf die Entwicklung des Fötus im Mutterleib, auf die Fortpflanzung sowie auf die Entwicklung des Nervensystems aus. Bei langfristiger erhöhter Aufnahme kann es zu brüchigen Knochen, Anämie und Hirnschäden führen.

Außerdem wird es mit Alzheimer und Brustkrebs (Aluminiumsalze in Deos) in Verbindung gebracht und kontrovers diskutiert.


Gesundheitliche Wirkung:

Bei kurzfristigem Kontakt können Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auftreten. Es reizt die Haut und die Schleimhäute. Langfristig steht es in Verdacht, Krebs zu erzeugen.

Antimon wird oft zur Herstellung von Polyesterfasern und als Flammhemmer eingesetzt.

Gesundheitliche Wirkung:

Magen-Darm-Reizungen, periphere Neuropathie, Gefäßveränderungen, Anämie, Hautkrankheiten einschließlich Hautkrebs und Krebs der inneren Organe wie Harnblase, Nieren, Leber oder Lunge.

Gesundheitliche Wirkung:

Steht in Verdacht, krebserregend zu sein.

Gesundheitliche Wirkung:

Blei ist hochgiftig. Es schädigt in erster Linie das Zentralnervensystem und damit die Hirnfunktion. Es kann aber auch das Hormonsystem beeinflussen oder Verhaltensstörungen verursachen. Es ist krebserregend und kann das Erbgut schädigen. Außerdem kann Blei Unfruchtbarkeit hervorrufen.

Besonders empfindlich reagieren Kinder im Mutterleib sowie Säuglinge und Kleinkinder. Bereits kleinste Dosen reichen aus. Denn Blei reichert sich im Körper (vor allem Knochen) an und kann nur sehr schwer wieder ausgeschieden werden. Blei kann auch verantworlich sein für Kopfschmerzen und Müdigkeit.

Für die Wirkung von Blei auf das Zentralnervensystem kann nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen kein (!!) sicherer Schwellenwert festgelegt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung ist deshalb der Auffassung, dass die Bleiaufnahme von Kindern so weit wie möglich reduziert werden sollte. Spielzeug sollte aus diesem Grund gar kein Blei abgeben.

Hier ist die gesamte Stellungnahme des BfR zu Blei zu finden.

Gesundheitliche Wirkung:

Bor wirkt sich auf die Entwicklung des Fötus im Mutterleib sowie die körperliche Entwicklung (z.B. Knochen) des Kindes aus. Außerdem ist es fortpflanzungsschädigend.

Gesundheitliche Wirkung:

Cadmium schädigt die Nieren, es wird im Körper aufgrund seiner langen Verweilzeit angereichert. Außerdem wirkt Cadmium knochenschädigend und beeinflusst das Hormonsystem. Nach neueren Bewertungen der EFSA nehmen insbesondere Kinder allein über die Nahrung so viel Cadmium auf, dass die wöchentlich duldbare Aufnahmemenge (TWI), für die die EFSA aktuell einen niedrigeren Wert abgeleitet hat, regelmäßig bis zu 100% überschritten werden kann.

Das BfR fordert daher, die über Spielzeug zulässige Cadmiumaufnahme, d.h. die Migrationsgrenzwerte für Cadmium in Spielzeug, auf europäischer Ebene deutlich zu senken.

Hier ist die gesamte Stellungnahme des BfR zu Cadmium zu finden.

Gesundheitliche Wirkung:


Gesundheitliche Wirkung:

Es ist äußerst giftig, kann Allergien auslösen und Krebs erzeugen. Leider kann es aus anderem, weniger giftigem Chrom wie z.B. Chrom (III) unabsichtlich entstehen.

Wer den Film "Erin Brockovich" gesehen hat, für den Julia Roberts den Oscar gewonnen hat: all die Anwohner leiden an den Effekten von Chrom (VI).

Gesundheitliche Wirkung:

Kobalt kann Allergien erzeugen und ist krebserregend.

Gesundheitliche Wirkung:

 

Gesundheitliche Wirkung:

Mangan kann zu Störungen des Nervensystems führen.

Gesundheitliche Wirkung:

Nickel kann Allergien mit einer Vielzahl von Symptomen auslösen. Außerdem ist es krebserregend.

Das BfR hat eine Stellungnahme zu Nickel als Kontaktallergen verfasst, die die Gefahren aufzeigt und strenge Grenzwerte fordert.

Andere Bezeichnung - zinnorganische Verbindungen

Gesundheitliche Wirkung:

Manche Organozinnverbindungen sind hoch giftig wie z.B. Dibutylzinn (DBT) oder Tributylzinn (TBT). Sie wirken sich auf das Immun- und Hormonsystem aus und sind fortpflanzungsschädigend. Diese Stoffe werden oft verwendet, um PVC vor den Einwirkungen von Hitze und Licht stabil zu machen.

Das BfR hat einen Überblick über die Organozinnverbindungen und ihre toxischen Wirkungen sowie über Grenz- und Orientierungswerte für diese Verbindungen zusammengestellt.

Gesundheitliche Wirkung:


Gesundheitliche Wirkung:


Gesundheitliche Wirkung:


Gesundheitliche Wirkung:

Gesundheitliche Wirkung:

Phthalate

Phthalate werden in großen Mengen als Weichmacher in Kunststoffen, insbesondere in PVC verwendet. Sie können bis zu 50 % des Materials betragen. Die Phtalate verbinden sich nicht mit dem Kunststoff und können sich deshalb relativ leicht aus dem Kunststoff lösen. Sie dünsten permanent aus und gelangen so unkontrolliert in den menschlichen Körper und die Umwelt.

Die Phthalate Diethylhexylphthalat (DEHP), Dibutylphthalat (DBP) und Butylbenzylphthalat (BBP) sind als für die Fortpflanzung gefährlich eingestuft. Sie sind in Kinderspielzeug verboten.

Dabei ist DEHP zum Beispiel so schädlich, dass er nach der 67/548/EWG ab einer Konzentration von 0,5 % in einer chemischen Zubereitung durch das Totenkopfsymbol und den Hinweis "GIFTIG" gekennzeichnet werden muss.

Auch die Phthalate Diisononylphthalat (DINP), Diisodecylphthalat (DIDP) und Di-n-Octylphthalat (DNOP) stehen in Verdacht gesundheitsschädigend zu sein. Diese Weichmacher sind nur in Spielzeug verboten, das dafür vorgesehen ist, in den Mund genommen zu werden.

Leider zeigen Phthalat-Messungen des Umweltbundesamts im Urin von Kindern relativ hohe Werte, die weiterhin auf die Aufnahme von Phthalaten hindeuten. Denn viele Hersteller halten sich nicht an die Verbote.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Phthalate, die nicht reguliert sind. Aber alle Phthalaten haben die Gemeinsamkeit, dass sie hormonähnlich wirken und so die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen können.

Die aktuelle Human-Biomonitoringstudie (2011) des Umweltbundesamts beleuchtet im Detail die Belastung des Menschen mit Phthalaten und deren Risiken.

Azofarben

Bei den Azofarben handelt es sich um eine große Gruppe synthetisch hergestellter Farben, die sich durch eine besondere Farbbrillianz und Stabilität auszeichnen.
Allerdings sind einige Azofarben krebserregend und allergieauslösend.

Genau genommen sind aber nicht die Farben selbst, sondern ihre Abbauprodukte für eine mögliche Krebsentstehung verantwortlich. So können unter bestimmten Bedingungen (z.B. unter UV-Licht oder im menschlichen Organismus) aromatische Amine entstehen, die nachweislich karzinogen sind. Zur Zeit sind 24 solcher Amine verboten, von denen Benzidin (Benzidin-Farbstoffe) am bekanntesten ist. Benzidin-Azofarbstoffe stehen in Verdacht, das Blasenkrebsrisiko zu erhöhen.

Obwohl die Verwendung bestimmter Vertreter dieser Gruppe aus genannten Gründen in Deutschland bereits seit Jahren verboten ist, tauchen immer wieder Textilien auf, die mit diesen Farben oder deren Abbauprodukten belastet sind.

Azofarben sind verboten, bei deren Abbau nachweislich karzinogene aromatische Amine entstehen. Das Verbot betrifft alle Textilien und Lederwaren, die mit der Haut oder dem Mund für einen längeren Zeitraum in Berührung kommen können. Dazu gehören z.B. Textil- und Lederspielwaren und Spielwaren mit Textil- und Lederbekleidung.

Organisch-chemische Verbindungen allgemein

Der Begriff der organisch-chemischen Verbindungen fasst eine Fülle von Stoffen zusammen, die alle zum Bereich der oragnischen Chemie gehören. Dieser Teilbereich der Chemie beschäftigt sich mit dem Aufbau, der Herstellung und den Eigenschaften der Verbindungen des Kohlenstoffs.

Viele der in Spielzeugen eingesetzten Stoffe können die Gesundheit beeinträchtigen. Darunter fallen Lösemittel, Konservierungsstoffe, Weichmacher, Flammschutzmittel, Monomere, Biozide (Holzschutzmittel), Verarbeitungshilfsmittel oder Farbmittel. Aufgrund der Fülle können wir nicht alle Verbindungen und ihre Gefahren darstellen.

Die häufigsten Vertreter sind das Nervensystem schädigendes Benzol (z.B. in Malstiften), das Allergien fördernde Formaldehyd (z.B. in Spielzeug aus Sperrholz wie Holzpuzzle) oder das hormonartig wirkende Nonylphenol (z.B. in Puppen).

PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe)

Die Gruppe der PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) gehört zwar zu den organisch-chemischen Verbindungen, da sie aber sehr häufig vorkommen und ein echtes Problem darstellen, werden sie gesondert aufgeführt. Viele der PAK sind krebserregend und erbgutschädigend. Sie gelangen am häufigsten über PAK-kontaminierte Weichmacheröle in Gummi und flexiblen Kunststoffen (Weichkunststoffen) oder über PAK-kontaminierten Ruß als Schwarzpigment in Gummi, Kunststoffen und Lacken ins Spielzeug. 

Die Leitsubstanz der PAK ist Benzo(a)pyren. Es ist der wohl der giftiste und häuftigste  PAK. Die gesundheitlichen Gefahren sind enorm. Benzo(a)pyren wird z.B. in Lenkergriffen von Fahrrädern verwendet. Für PAK in Spielzeug gibt es zurzeit KEINE Grenzwerte! Die neue Spielzeugrichtlinie führt sie erst Juli 2013 ein. Der Grenzwert für Bezo(a)pyren liegt dabei bei 100 Miligramm pro Kilo Spielzeug (Anhang VI Verordnung 1272/2008/EG).

Legt man diesen Grenzwert in Spielzeug zugrunde, so könnten Kinder laut BfR bei einstündigem Hautkontakt/Spielen ein Vielfaches dessen an krebserzeugendem Benzo(a)pyren über die Haut aufnehmen, was im Rauch von 40 Zigaretten am Tag enthalten ist. Benzo(a)pyren ist in Zigaretten DIE Substanz, die Lungenkrebs verursacht.

Das BfR hat eine Stellungnahme zu PAK in Spielzeug verfasst, die die Risiken aufzeigt und strenge Grenzwerte fordert.

Das GS-Zeichen prüft bereits jetzt auf die 16 gefährlichsten PAK.

Bisphenol A

BPA ist eine Massenchemikalie, die hormonähnlich wirkt. In Babyflaschen und -saugern ist sie mittlerweile verboten. Allerdings gibt es noch sehr viele Quellen, über die wir BPA ausgesetzt sind. Einen sehr guten Artikel, wo BPA alles drinsteckt und was man machen kann, um es zu vermeiden, finden Sie auf Utopia.

Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe

Bei der Herstellung von Produkten aus Natur- oder Synthesekautschuk werden Dithiocarbamate und Thiurame als Vulkanisationsbeschleuniger verwendet, die während des Vulkanisationsprozesses in N-Nitrosamine und nitrosierbare Amine umgewandelt werden können. Dabei ist Vulkanisierung ein Produktionsschritt in der Herstellung von Gummiartikeln.

Die meisten dieser Stoffe können das Erbgut schädigen und im Tierversuch
Krebs auslösen. Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe finden sich häufig in Luftballons. Deshalb wird empfohlen, Luftballons nicht in den Mund zu nehmen sondern immer mit einer Pumpe aufzublasen. Aber auch in anderen Spielzeugen können diese gefährlichen Stoffe vorkommen. 

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