Schadstoffgrenzwerte

Die Sicherheit von Spielzeug wird in der Europäischen Union groß geschrieben. Der Hauptschwerpunkt bei der Sicherheitsprüfung liegt darauf, dass sich das Kind am Spielzeug nicht verletzen kann oder in keine Gefahrensituation z.B. durch lösliche Kleinteile oder durch eine leichte Entflammbarkeit kommt.

Allerdings werden Gefahren durch Schadstoffe, die von Spielzeug ausgehen können, sowohl durch die alte als auch durch die neue Richtlinie nicht genügend reguliert.

Die Regelungen der alten Richtlinie und weiterer Gesetze zu den Schadstoffen, die noch bis zum 19.07.2013 in Kraft sind, sind rudimentär. Die Erklärung zu den einzelnen Stoffen ist unter dem Menupunkt "Häufigste Giftstoffe".

Grenzwerte für Schwermetalle

Die derzeit gültige Spielzeugrichtlinie sieht Grenzwerte nur bei wenigen Schwermetallen vor. Die neue Richtlinie hingegen enthält deutlich mehr Grenzwerte. Allerdings werden die meisten der jetzigen Grenzwerte z.B. für Blei und Quecksilber angehoben, was vollkommen unverständlich ist.

Hier findet sich eine Zusammenfassung der Grenzwerte, die jetzt gültig sind und die am 20.07.2013 mit der neuen Spielzeugrichtlinie in Kraft treten.

Eine Erklärung zu den einzelnen Schwermetallen und ihrer gesundheitsschädigenden Wirkung finden Sie unter "Häufigste Giftstoffe".

Die genaue Erklärung mit toxikologischen Studien ist im Anhang III des Schlussberichts über die alte Spielzeugrichtlinie genauestens dargelegt.

Verbotene Pthalate (Weichmacher)

Das Verbot von Phthalaten regelt eine eigenständige Richtlinie, die in Deutschland im Bedarfsgegenständeverordnung umgesetzt wurde.

Die folgenden drei Phthalate sind in Spielzeug und Babyartikeln verboten:

DEPH, DBP und BBP

Außerdem sind die folgenden drei Phthalate verboten, wenn das Spielzeug oder der Babyartikel vom Kind in den Mund genommen werden können:

DINP, DIDP und DNOP.

Leider gilt aber kein absolutes Verbot. Phthalate gelten als nicht verwendet, sofern ihre Konzentration im weichmacherhaltigen Material des Endproduktes insgesamt 0,1% nicht übersteigt.

Azofarben

Bei Textil- und Lederspielwaren und Spielwaren mit Textil- oder Lederbekleidung dürfen bestimmte Azofarben nicht verwendet werden. Hier liegt der Grenzwert bei 30 mg/kg Spielzeug bzw. den gefärbten Teilen.

Die genaue Aufzählung der verbotenen Farben findet sich in Anlage 1 Nr. 7 zur Bedarfsgegenständeverordnung. Die Verordnung setzt die europäische Richtlinie 2002/61/EG um.

Organisch-chemische Verbindungen

Der Inhalt der DIN EN 71:9 so wie aller DIN ist urheberrechtlich geschützt. Eine Veröffentlichung ist nicht einfach möglich. Nach der Revision in 2007 umfasst die DIN EN 71:9 Grenzwerte für verschiedene Stoffe. Sie setzt u.a. für folgende Lösemittel Grenzwerte:

  • *Trichloroethylene (trichloroethene) - Verfahrensgrenzwert
  • *Dichloromethane - 0.06 mg/l
  • 2-methoxy-ethylacetate - 0.5 mg/l
  • *2-ethoxy-ethanol - 0.5 mg/l
  • *2-ethoxy-ethylacetate - 0.5 mg/l
  • Bis(2-methoxy ethyl) ether -  0.5 mg/l
  • 2-methoxy-proplyacetate - 0.5 mg/l
  • *Methanol - 5mg/l
  • Nitrobenzene - Verfahrensgrenzwert
  • Cyclohexanone - 46 mg/l
  • 3, 5, 5, tri-methyl-2-cyclohexene-1-one - 3 mg/l
  • *Toluene - 2 mg/l
  • *Ethylbenzene - 1 mg/l
  • Xylene (alle Isomere) - 2 mg/l

Diese Grenzwerte, die Erklärung zu den einzelnen Stoffen sowie ihre gesundheitsschädigende Wirkung ist im Anhang IV des Schlussberichts über die alte Spielzeugrichtlinie genauestens dargelegt.

Die Grenzwerte gelten aber nicht für alle Spielsachen sondern nur für ganz bestimmtes Spielzeug und ganz bestimmte Spielzeugmaterialien z. B. gelten die hier aufgeführten Lösemittelgrenzwerte nur für Mundstückteile von mundbetätigtem Spielzeug, die aus Polymeren bestehen. Besteht das Mundstück aus Holz sind die Grenzwerte nicht mehr einschlägig.

Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe

Bei Nitrosaminen und nitrosierbaren Stoffen in Spielzeug aus Natur- und Synthesekautschuk für Kinder bis zu 36 Monaten, das bestimmungsgemäß oder vorhersehbar in den Mund genommen wird, die durch Migration freigesetzte Menge nur so gering sein, dass sie analytisch nicht nachweisbar ist. Die Nachweisgrenze lieft bei 0,01 mg/kg bei Nitrosaminen und bei 0,1 mg/kg bei nitrosierbaren Stoffe.

Diese Grenzwerte ergeben sich aus Anlage 4 Nr. 1 Buchstabe b in Verbindung mit Anlage 10 Nr. 6 der Bedarfsgegenständeverordnung.

 

Darüber hinaus gibt es noch allgemeine Beschränkungen für Schadstoffe. Aber aus dieser kurzen Aufzählung ist ersichtlich, dass es für den Großteil der Stoffe keine Grenzwerte existieren, auch nicht für so wichtige wie z.B. Formaldehyt oder Formamid.

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